Gehalten sein

Schutz und Begleitung, Mut und Kraft brauchen wir alle in dieser verstörenden Zeit.
Was bisher sicher galt, gerät ins Wanken.

Liebe Gewohnheiten und Selbstverständlichkeiten zerbrechen.
Die Welt, wie wir sie bisher jeden Tag  erlebten, die Welt, die gesetzt schien, zerbricht.

Viele Menschen erleben tiefe Einsamkeit.
Wenn man niemanden mehr berühren darf - was berührt mich dann noch außer das Alleinsein?
Wenn mich niemand auffängt und tröstet - wo finde ich dann Trost?

Kleine, kurze Begegnungen gewinnen ganz neue Bedeutung.
Ein paar Sätze beim Spaziergang gewechselt - aber bitte immer Abstand halten.  
Der Gruß eines unbekannten Menschen, Blickkontakt, Telefonieren mit den Lieben überall.
Die Bereitschaft zu helfen, alltägliche Freundlichkeit und Aufmerksamkeit …

Wir spüren ganz neu, wie wichtig wir füreinander sind; wie bedeutsam das Wissen ist, dass da andere sind, die um mich wissen, mich im Herzen tragen.
Gemeinschaft gerade auch in ihrer besonders tiefen Ausprägung innerhalb einer christlichen Gemeinde gewinnt ganz neue Bedeutung.
Daran können wir uns festhalten und einander halten lassen.  In dem Wissen, dass einer um uns und über uns ist, der uns immer hält.

Thomas Braun